Der gelernte Programmierer Richard Powers beschreibt sich in seinem Roman Schattenfluchten (2002, S. Fischer Verlag) die Entwicklung von animierten Computerabläufen.
Ein zweiter Erzählstrang handelt von einem entführten Lehrer in Beirut, der in der Gefangenschaft Bilder heraufbeschwört um zu überleben ( in seiner "Höhle"; diese Handlung klammere ich im weiteren aus.
In Schattenfluchten wird eine Zeichnerin angeworben, in eine Thinktank in Seattle mitzuarbeiten, Computervisionen umzusetzen in einem Kreis mehr oder weniger verrückter und weltabgewandter Computer Pionieren, bestehend aus Soft- und Hardwarespezialisten und kreativen Visionären. Auch diese Arbeit geschieht in einer "Höhle", - Projektionsflächen in allen Dimensionen in einem Gebäude, umgeben von Hochtechnologie
Die Handlung spielt in den späten 80iger Jahren. Ausgezeichnet beschrieben werden Ansätze, Ideen, das Sacheitern an Hardwareleistung, das gewinnen neuer Erkenntnisse (auch Erkenntnistheoretischer Natur) in fortlaufenden Prozessen.
Powers schafft es, das doch sehr komplexe Thema spannend und recht gut verständlich aufzuarbeiten. Zentral ist im Roman das Verhältnis von Kunst, Phantasie, Kreativität und der Computertechnologie. Virtuelle Räume werden entwickelt, - interessant wird dabei beschrieben, wie dies dazumal auf die Wahrnehmung wirkte. Heute sind wir ja schon lange diese Cyber Realitäten gewohnt und sehen das als Selbstverständlich an.
Das Wechselspiel zwischen realen und virtueller Welten wird eindrücklich beschrieben; das - schlussendlich bis heute geltende - Scheitern von Ansätzen der künstlichen Intelligenz überzeugend umsetzbaren virtuellen Realitäten regt zur Reflexion an.
Die Realität erweist sich als stärker als jegliche Phantasie und Fiktion und virtuellen Räume.
Eine absolut empfehlenswerte Lektüre! - jetzt haben wir ja wieder Zeit für gute Belletristik!
p.s.: in seinem Roman "Galatea" erzählt Powers die Geschichte einer Wette: Kann ein Computer in 10 Monaten die Magister für Englisch machen? - auch diesen Roman finde ich ausgezeichnet.
Guntram
Freitag, 13. August 2010
New device "Book"
Spanisch mit englischen Untertiteln
Eine absolute Neuheit, die unsere Informationsbeschaffung revolutionieren wird! Ich muss mir sofort eines besorgen!
Quelle:
www.leerestademoda.com mehr weiss ich leider nicht, da ich kein Spanisch spreche.
Mittwoch, 11. August 2010
Sonntag, 8. August 2010
Medienpädagogische Links
Als Praxisprojekt für unsere Abschlussarbeit erarbeiteten und erteilten Dani Britt, Christian Krüsi und ich eine medienpädagogische Schulung. Während den Vorbereitungen dieser Schulung führten wir im Projektteam mehrfach die Diskussion darüber, welche Unterlagen wir in welcher Form dem Publikum abgeben. Von der nun praktizierten Lösung denken wir, dass sie unserem Thema „Neue Medien" sehr entspricht. Alle vorgeführten Präsentationen stellten wir ins Netz. Die Verknüpfung zu diesen Präsentationen, sowie alle Links zu erwähnten Homepages und weiteren hilfreichen themenspezifischen Internetseiten stellten wir auf eine Online-Linkliste zusammen. An der Weiterbildung gaben wir eine Visitenkarte mit der Internet-Adresse zu diesem Online-Lesezeichenverzeichnis ab.
Diese Linkliste beinhaltet über 150 Links zu medienpädagogisch relevanten Themen. Darum kann sie auch für die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen des CAS Medienpädagogik-Kurses hilfreich sein.
http://delicious.com/medien.paedagogik
Viel Vergnügen beim Surfen und Schmökern.
Diese Linkliste beinhaltet über 150 Links zu medienpädagogisch relevanten Themen. Darum kann sie auch für die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen des CAS Medienpädagogik-Kurses hilfreich sein.
http://delicious.com/medien.paedagogik
Viel Vergnügen beim Surfen und Schmökern.
Samstag, 7. August 2010
Ist doch nur ein Teddybär!


Was unterscheidet die beiden Figuren auf den Bildern? Offensichtlich sind beide aus Computergames, der erste scheint ein übelgelaunter und ausserdem bewaffneter Mann zu sein. Die andere, nun ja in erster Linie ein Teddybär.
Noch grösser wird der Unterschied, wenn man die Altersbeschränkung der jeweiligen Spiele ansieht. Das erste Spiel ist Manhunt 2, ab 18 Jahren und in einigen Ländern z.B. Australien und Deutschland verboten, das zweite ist Naugthy Bear, ab 12 Jahren und hat beinahe eine Skandal um die Pan European Game Information kurz PEGI hervorgerufen. Pegi ist das erste, Europa übergreifende Ratingsystem für Compute games und wird auch in der Schweiz für Altersempfehlungen verwendet.
Manhunt ist ein Spiel, in dem es primär nur um das Töten geht, es gibt keine andere Spielinhalte und lebt von exzessiver Gesamtdarstellung und viel Blut. In Naugty Bear gibt es kein Blut, es geht um einen Aussenseiter, der von den anderen Teddybären nicht zu einemGeburtstagsfest eingeladen wurde. Dies könnte die Grundlage für ein Pädagogisch wertvolles Spiel, in dem sich Kinder mit Konfliktbewältigung usw. auseinander setzt sein. Ist es aber nicht, tatsächlich ist der Spielinhalt identisch mit Manhunt. Naugty Bear wird nicht eingeladen und entscheidet sich leider nicht für die Konfliktbewältigung, sonder beginnt eine lange und ausdauernde Hetzjagd auf die anderen Teddybären.
Siehe Trailer Faszinieren nicht? Mich hat der Trailer Fasziniert sogar so sehr, dass ich ihn an Freunde (auch Gamer wie ich) gesendet habe. Seht euch das an, hab ich ihnen geschrieben und achtet vor allem auf die Altersfreigabe! Wir haben ausführlich darüber gesprochen wie es sein konnte, dass dieses Spiel ein so tiefes Rating bekommen konnte und sind zum Schluss gekommen, dass hier nur die Optik bewertet wurde. Die Gewalt wurde weit weniger schlimm gewertet da die Opfer nicht wie Menschen aussehen. So wurden schon Games in Deutschland frei gegeben, weil man die Menschen durch Roboter ersetzt hat, was Gametechnisch natürlich keinen Unterschied macht.
Nauthy Bear ist für mich ein sehr gutes Beispiel wie schwierig es ist, Gewalt in Medien zu bewerten. Kurz nach unseren Diskussion und dem Erscheinen des Spiels sind die Medien auf den Inhalt aufmerksam geworden. In der Tageszeitung 20Minuten hat es Naugthy Bear bis auf die Titelseite geschafft. Die Forderung nach einer höheren Altersfreigabe hatte Erfolg, dass Spiel ist jetzt erst ab 16 Jahren erhältlich. Ob wohl es sich nur durch die Darstellung von Manhunt unterscheidet!
Ihr erinnert euch, Manhunt ab 18 und z.B. in Australien und Deutschland verboten.
Iran: Elections 2009
Vor kurzem habe ich den Dokumentationsfilm Iran: Elections 2009 von Ali Samadi Ahadi und Oliver Stolz gesehen und möchte euch den sehr ans Herz legen!
2009 wurde die Opposition gegen Präsident Ahmadinedschad im Iran so stark, dass die Bevölkerung bereits an einen Sieg Hossein Mussavis glaubte. Am Tag der Wahlen wurde zusehens klar, dass dies von der bestehenden Regierung mit allen Mitteln verhindert wird. Erst wurde die Meldung verbreitet, es stehen zu wenige Wahlzettel zur Verfügung und kurz darauf wurden die Wahllokale geschlossen, danach ging es sehr schnell bis der Sieg des Amtierenden Präsidenten ausgerufen wurden, obwohl dies offensichtlich nicht richtig war.
Volksproteste wurden organisiert und unzählige Iraner gingen auf die Strasse, zu diesem Zeitpunkt wurden die Westlichen Journalisten bereits aus dem Land gewiesen und es fand keine unvoreingenommene Berichterstattung mehr statt. Die Gewalt seitens der Polizei nahm immer stärker zu und es dauerte nicht lange bis die ersten Schüsse auf die Menschen abgegeben wurden. Womit die Iranische Regierung jedoch nicht gerechnet hat, war dass sich die Bevölkerung trotz dem Gehör verschaffen konnte. Über Blogs, Social Networks, YouTube und vor allem Twitter wurden unzählige Nachrichten verbreitet.
Der Film hat aus den unzähligen Beiträgen, die fiktive Biographie zweier Studenten erstellt und erzählt diese mit animierten Figuren. Gleichzeitig werden Menschen Interviewet die an den Ereignissen teilgehabt haben.
Neben der eindrücklichen Schilderung über die Umstände der Wahlen von 2009, ist für uns als Medienpädagogen natürlich die Nutzung der neuen Medien äusserst interessant. Ich möchte euch deshalb den Film sehr ans Herz legen!
Mehr Informationen findet ihr auf der Webseite von Arte.TV
2009 wurde die Opposition gegen Präsident Ahmadinedschad im Iran so stark, dass die Bevölkerung bereits an einen Sieg Hossein Mussavis glaubte. Am Tag der Wahlen wurde zusehens klar, dass dies von der bestehenden Regierung mit allen Mitteln verhindert wird. Erst wurde die Meldung verbreitet, es stehen zu wenige Wahlzettel zur Verfügung und kurz darauf wurden die Wahllokale geschlossen, danach ging es sehr schnell bis der Sieg des Amtierenden Präsidenten ausgerufen wurden, obwohl dies offensichtlich nicht richtig war.
Volksproteste wurden organisiert und unzählige Iraner gingen auf die Strasse, zu diesem Zeitpunkt wurden die Westlichen Journalisten bereits aus dem Land gewiesen und es fand keine unvoreingenommene Berichterstattung mehr statt. Die Gewalt seitens der Polizei nahm immer stärker zu und es dauerte nicht lange bis die ersten Schüsse auf die Menschen abgegeben wurden. Womit die Iranische Regierung jedoch nicht gerechnet hat, war dass sich die Bevölkerung trotz dem Gehör verschaffen konnte. Über Blogs, Social Networks, YouTube und vor allem Twitter wurden unzählige Nachrichten verbreitet.
Der Film hat aus den unzähligen Beiträgen, die fiktive Biographie zweier Studenten erstellt und erzählt diese mit animierten Figuren. Gleichzeitig werden Menschen Interviewet die an den Ereignissen teilgehabt haben.
Neben der eindrücklichen Schilderung über die Umstände der Wahlen von 2009, ist für uns als Medienpädagogen natürlich die Nutzung der neuen Medien äusserst interessant. Ich möchte euch deshalb den Film sehr ans Herz legen!
Mehr Informationen findet ihr auf der Webseite von Arte.TV
Samstag, 17. Juli 2010
Glaubwürdigkeit von Medien
Lesekompetenz allein reicht nicht, um sich sachlich korrekt zu informieren und gesund zu ernähren. Manipulationen und Verschweigen von wichtigen Informationen beherrschen den Alltag.
Anhand von zwei Beispielen möchte ich darstellen, wie schwierig es ist, einen Zeitungsartikel oder ein Lebensmittelpackung anhand einer Etikette auf Glaubwürdigkeit und Informationsgehalt zu testen.
1. Zeitungsartikel „Wie Stasi Agenten die Legende vom CIA Aidsvirus in die Welt setzten“
http://bazonline.ch/ausland/europa/Wie-StasiAgenten-die-Legende-vom-CIAAidsvirus-in-die-Welt-setzten/story/31540649
Im Artikel geht es um die Verbreitung eines Gerüchtes im Jahre 1988, als die sozialistischen Länder immer mehr Probleme mit der Durchsetzung ihrer Ideologie bekamen und die USA stattdessen hoch im Kurs stand. Von Stasi und KGB wurde deshalb ein anti-amerikanisches Gerüch in die Welt gesetzt. Zitat aus der BaZ vom 11.1.2010 „Am 18. Februar 1987 veröffentlichte die linke TaZ ein Interview des DDR-Schriftstellers (und ehemaligen Journalisten) Stefan Heym mit dem unbekannten Ostberliner Biologen (und überzeugten Kommunisten) Jakob Segal „Aids. Man Made in USA“ lautete die Schlagzeile.“
Ein vielleicht wahrer Kern (eine Laborhavarie kommt immer mal vor) wurde zur Züchtung des AIDS Virus durch das CIA aufgepauscht. Ein namhafter (glaubwürdiger ) Schriftsteller führt das Interview mit einem Biologen (Fachperson). Das Ganze wurde publiziert in der TaZ, einer namhaften, (glaubwürdigen) Westdeutschen Zeitung. Interessant ist auch das Vorgehen der Stasi, um der Taz das Interview zu „verkaufen“ : Ein Stasi Offizier erzählte es einem Taz Kulturredaktor. Die TaZ war sehr interessiert, das Interview des in Westdeutschland sehr bekannten Heyns abzudrucken und ging auf dessen Auflage ein, nicht weiter zu recherchieren um die Glaubwürdigkeit zu prüfen, sondern es tel quel zu drucken.
Indizien, die gegen die Glaubwürdigkeit sprechen mussten, waren zum einen die Tatsache, dass die Taz eine zwar westdeutsche aber linke, also anti-amerikanische Zeitung war. Zum anderen konnte sich der Biologe Segal nicht auf klinische Erfahrungen mit HIV-Infizierten sondern nur auf Medienberichte aus den USA berufen. Ob das aber im damaligen Text erwähnt war ist unklar. Die Tatsache, dass die Taz nicht weiter abklären durfte, war jedoch sicher nicht erwähnt. Es war also sehr schwer, diesen Artikel auf dessen Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Für mich heisst das nichts Neues, als dass viel Zeit investiert werden muss in folgende Abklärungen:
Sind die Quellenangaben gemacht und überprüfbar?
Sind die Quellen glaubwürdig.?
Sind die Quellen eine Person oder eine wissenschaftliche Untersuchung?
Wer, welches Medium publiziert die Mitteilung?
Welche ideologische Ausrichtung hat das Medium? Wie viel Geld, bzw. Leserschaft bringt die Publikation dem Medium?
Ist das, was da steht, überhaupt möglich, realistisch, machbar, überprüfbar?
Letzteres scheint bei „out oft he blue“ Nachrichten besonders schwierig zu sein wie es sich beim obigen und unsern Beispielen im Medienpädagogiklehrgang, vom Sub-City Fishing, Fernsehnachricht, und von der Landung der Marsmenschen in den USA, Hörspiel von Orson Wells, gezeigt hat.
2. Zeitungsartikel : „Das Vertrauen ins Essen ist erschüttert“
Der Artikel besagt, dass laut einer Studie das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Lebensmittelbranche nicht mehr gegeben ist. Nicht alles, was man wissen sollte, steht auf der Verpackung. Der Schweizer Konsument ist überfordert mit dem Lesen von Verpackungstexten und und mit dem Interpretieren, welches Produkt nun das gesündeste, umweltfreundlichste, verträglichste ist.
Ohne Measures App, Rechner App und iTranslate App verloren?
Auch mir geht es so. Da ich gerade in den USA in den Ferien bin, verbringe beim Einkaufen sehr viel Zeit mit dem Lesen von Etiketten. Mich interessiert Folgendes:
Woher kommt das Produkt?
Ist es gen manipuliert?
Ist es hors-sol produziert?
Wie stark ist es manipuliert, bzw. wie naturbelassen ist es?
Wie viele Kalorien, Kohlehydrate, Fett hat das Produkt pro 100g und wie viele Gramm sind in der Verpackung.
Anmerkung.: In den USA sind diese Angaben pro Portion und dann steht noch, wie viele Portionen in der Packung sind. Eine Portion kann ein EL, eine halbe Tasse, eine Tasse oder etwas anderes sein. Bei Tassen und Esslöffel (EL) gibt es auch in den USA verschiedene Grössen. 100g wären überall gleich viel, aber in den USA gibt es ja keine g sondern Unzen, Pfund, und, und…
Ich verbringe also sehr viel Zeit mit Umrechnen und dabei kommt mir wieder einmal mein iPhone sehr gelegen, da ich ein Measures App, ein Rechner App und ein iTranslate App habe.
Aber: iPhone und Lesekompetenz allein reichen nicht, um sich sachlich korrekt zu informieren und gesund zu ernähren.
Anhand von zwei Beispielen möchte ich darstellen, wie schwierig es ist, einen Zeitungsartikel oder ein Lebensmittelpackung anhand einer Etikette auf Glaubwürdigkeit und Informationsgehalt zu testen.
1. Zeitungsartikel „Wie Stasi Agenten die Legende vom CIA Aidsvirus in die Welt setzten“
http://bazonline.ch/ausland/europa/Wie-StasiAgenten-die-Legende-vom-CIAAidsvirus-in-die-Welt-setzten/story/31540649
Im Artikel geht es um die Verbreitung eines Gerüchtes im Jahre 1988, als die sozialistischen Länder immer mehr Probleme mit der Durchsetzung ihrer Ideologie bekamen und die USA stattdessen hoch im Kurs stand. Von Stasi und KGB wurde deshalb ein anti-amerikanisches Gerüch in die Welt gesetzt. Zitat aus der BaZ vom 11.1.2010 „Am 18. Februar 1987 veröffentlichte die linke TaZ ein Interview des DDR-Schriftstellers (und ehemaligen Journalisten) Stefan Heym mit dem unbekannten Ostberliner Biologen (und überzeugten Kommunisten) Jakob Segal „Aids. Man Made in USA“ lautete die Schlagzeile.“
Ein vielleicht wahrer Kern (eine Laborhavarie kommt immer mal vor) wurde zur Züchtung des AIDS Virus durch das CIA aufgepauscht. Ein namhafter (glaubwürdiger ) Schriftsteller führt das Interview mit einem Biologen (Fachperson). Das Ganze wurde publiziert in der TaZ, einer namhaften, (glaubwürdigen) Westdeutschen Zeitung. Interessant ist auch das Vorgehen der Stasi, um der Taz das Interview zu „verkaufen“ : Ein Stasi Offizier erzählte es einem Taz Kulturredaktor. Die TaZ war sehr interessiert, das Interview des in Westdeutschland sehr bekannten Heyns abzudrucken und ging auf dessen Auflage ein, nicht weiter zu recherchieren um die Glaubwürdigkeit zu prüfen, sondern es tel quel zu drucken.
Indizien, die gegen die Glaubwürdigkeit sprechen mussten, waren zum einen die Tatsache, dass die Taz eine zwar westdeutsche aber linke, also anti-amerikanische Zeitung war. Zum anderen konnte sich der Biologe Segal nicht auf klinische Erfahrungen mit HIV-Infizierten sondern nur auf Medienberichte aus den USA berufen. Ob das aber im damaligen Text erwähnt war ist unklar. Die Tatsache, dass die Taz nicht weiter abklären durfte, war jedoch sicher nicht erwähnt. Es war also sehr schwer, diesen Artikel auf dessen Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Für mich heisst das nichts Neues, als dass viel Zeit investiert werden muss in folgende Abklärungen:
Sind die Quellenangaben gemacht und überprüfbar?
Sind die Quellen glaubwürdig.?
Sind die Quellen eine Person oder eine wissenschaftliche Untersuchung?
Wer, welches Medium publiziert die Mitteilung?
Welche ideologische Ausrichtung hat das Medium? Wie viel Geld, bzw. Leserschaft bringt die Publikation dem Medium?
Ist das, was da steht, überhaupt möglich, realistisch, machbar, überprüfbar?
Letzteres scheint bei „out oft he blue“ Nachrichten besonders schwierig zu sein wie es sich beim obigen und unsern Beispielen im Medienpädagogiklehrgang, vom Sub-City Fishing, Fernsehnachricht, und von der Landung der Marsmenschen in den USA, Hörspiel von Orson Wells, gezeigt hat.
2. Zeitungsartikel : „Das Vertrauen ins Essen ist erschüttert“
Der Artikel besagt, dass laut einer Studie das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Lebensmittelbranche nicht mehr gegeben ist. Nicht alles, was man wissen sollte, steht auf der Verpackung. Der Schweizer Konsument ist überfordert mit dem Lesen von Verpackungstexten und und mit dem Interpretieren, welches Produkt nun das gesündeste, umweltfreundlichste, verträglichste ist.
Ohne Measures App, Rechner App und iTranslate App verloren?
Auch mir geht es so. Da ich gerade in den USA in den Ferien bin, verbringe beim Einkaufen sehr viel Zeit mit dem Lesen von Etiketten. Mich interessiert Folgendes:
Woher kommt das Produkt?
Ist es gen manipuliert?
Ist es hors-sol produziert?
Wie stark ist es manipuliert, bzw. wie naturbelassen ist es?
Wie viele Kalorien, Kohlehydrate, Fett hat das Produkt pro 100g und wie viele Gramm sind in der Verpackung.
Anmerkung.: In den USA sind diese Angaben pro Portion und dann steht noch, wie viele Portionen in der Packung sind. Eine Portion kann ein EL, eine halbe Tasse, eine Tasse oder etwas anderes sein. Bei Tassen und Esslöffel (EL) gibt es auch in den USA verschiedene Grössen. 100g wären überall gleich viel, aber in den USA gibt es ja keine g sondern Unzen, Pfund, und, und…
Ich verbringe also sehr viel Zeit mit Umrechnen und dabei kommt mir wieder einmal mein iPhone sehr gelegen, da ich ein Measures App, ein Rechner App und ein iTranslate App habe.
Aber: iPhone und Lesekompetenz allein reichen nicht, um sich sachlich korrekt zu informieren und gesund zu ernähren.
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